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eine kleine On30-Anlage

Ein neues Modellbahnprojekt. Ich habe mir mal wieder ein Projekt ausgeguckt, was etwas abseits vom Mainstream ist.
Der Maßstab 1:48 ist nicht ganz so verbreitet, dazu im Original die Spurweite von 79,2 cm = 30 inch = 16,5mm im Modell = On30 Und es geht nach INDONESIEN, in das fernöstliche Inselreich zwischen den Weltkriegen. Nach dem ersten WK blieben in den Niederlanden etliche Fahrzeuge der Frontbahnen (ähnlich der Heeresfeldbahn in D) zurück. Einige dieser Fahrzeuge gelangte auf abenteuerlichen Wegen nach Indonesien (damalige niederländische Kolonie) und wurden dort auf einer kleinen, aber strategisch wichtigen Insel neu verbaut. Vom Landungssteeg (es Hafen zu nennen wäre übertrieben) geht die Bahn ins bergige Hinterland und versorgt dort die Bevölkerung, aber auch Bunker, Ameeanlagen und einen kleinen Flugplatz. Die Vegetation wird der Region entsprechen, Bambus, Palmen etc..... Alle Gleise und Weichen komplett im Eigenbau.

Im Winter 2019/2020 laufen die Experimente und Planungen für den zukünftigen Gleisplan.

Folgende Parameter der Anlage:
# Abmessungen: 2,70 x 0.50 m (ohne späteren Schattenbahnhof)
# Maßstab: 1:48
# Nenngröße: On30
# Spurweite: 16,5 mm
# Mindestradius: 0,45 m
# Steuerung: DCC
# Gleise und Weichen: Selbstbau

Baubeginn war am 21. März 2020.

  • Grundrahmen
  • Gleis/Weichenbau
  • Geländebau
  • Wasser
  • Werkstatt
  • Wasserturm
  • Vegetation

Die Grundrahmen der drei Anlagenteile sind alle identisch aufgebaut. Die Längsseiten bestehen aus 16 mm Tischlerplatte, die Stirnseiten aus 8 mm Multiplex. Für die Grundplatten bestehen aus 6 mm Sperrholz verwendet. Alle Holzverbindungen wurden mit wasserfestem Ponal verklebt und verschraubt.

Zum Schalldämpfung wurde zunächst 4 mm Trittschalldämmung aus dem örtlichen Baumarkt verklebt. Darauf wurden verschieden abgelängte Kiefernleisten 3 x 4 mm verleimt und anschließend mit brauner Farbe behandelt Das Code 100 Schienenprofil von TILLIG wurde dann mittels Spurlehren genagelt. Bei den Weichen wurden die Flügelschienen vor Ort vorgebogen und angepaßt, die Weiche dann am Werktisch vorgefertigt und vor Ort eingebaut Nach Installation vom Weichenantrieb und anschließendem Probelauf wurden die Gleise und Weichen mit Granitschotter (Körnung 0,5 - 1,0 mm) eingeschottert.
Alle Gleise und Weichen wurden mit einfachsten Mitteln & Werkzeugen gebaut. Verwendet wurden: Spitzzange, Uhrmacherhammer, diverse Feilen, Minibohrmaschiene und 0,5 mm Bohrer, zwei Spurlehren.

Das Gelände entsteht aus baumarktüblichem Styrodur. Mit Cutter, Raspel und Säge und viel Vorsicht entstehen die Fels- und Bergkonturen.

Da die fiktive kleine Bahn am Meer liegt, musste auch das Wasser entsprechend dargestellt werden. Da das Meer kein glatter Dorfteich ist, mussten es auch Wellen sein. Zuerst wird die Grundfläche farbig gestaltet. Wassertiefe wurd durch dunkle Farben erreicht. Dann zwei Schichten Klarlack darüber auftragen. Die Wellenformen werden mittels Kunststoff aus der Heißklebepistole aufmodeliert. Erneut zwei Schichten Klarlack auftragen und nach dem trocknen mit einem harten Pinsel und weißer Farbe die Schaumkrohnen der Wellen andeuten. Eine finale Klarlackschicht macht das Wasser griff- und abriebfest.

Als betrieblicher Mittelpunkt sollte neben der Landungsstelle und dem Bahnhof auch eine kleine Werkstatt entstehen. Bei dem Bau war wieder einmal pure Einfachheit gefragt. Um etwas Abwechslung im Gebäude zu erhalten, entstand das Werkstattgebäude aus drei verschiedenen Balkenkonstruktionen mit verschiedenen Kiefernleisten. Eine Rückwand wurde mit dünnen Brettern verschlossen. Andere Flächen sowie das Dach wurde landestypisch mit Wellblech abgedeckt. Da hier nur kleine Bedarfsreparaturen an den Loks und Wagen ausgeführt werden, sind im Inneren der Werkstatt nur eine lange Werkbank und ein Kran vorhanden.

Von Anfang an stand fest - der Wasserturm wird im Eigenbau entstahen. Vor dem Bau vom Wasserturm stand zunächst die Frage nach dem Baumateriel. Erste Überlegungen, den Behälter aus Holz zu bauen wurden schnell verworfen. Landestypisch fand dann Wellblech (au (Micro-Wellblech aus Kupfer) Verwendung. Als Basis für den Rundkörper diente eine abgesägte Farbflasche, um diese Herum wurde das Wellblech passend gebogen und verlötet. Eine einfache Pappscheibe bildet den Wasserstand im Behälter nach. Ein Messingrohe als Überlauf, ein Aluminiumrundprofil als Speiseleitung und ein Schlauch als Füllleitung für die Loks, fertig ist der Wasserturm. Der fertige Behälter kommt dann auf einer Holzkonstruktion zu stehen, welche aus diversen Kiefernprofilen entstand.

Ein wesentlicher und entscheidender Punkt beim Bau dieser Anlage war die Vegetation. Schon auf den ersten Blick sollte zu erkennen sein, das sich das Motiv der Anlage nicht in Europa befindet. Aus diesem Grund wurde schon weit im Vorfeld vor Baubeginn nach möglichen (und bezahlbaren) Materialien und Bezugsquellen gesucht. Fündig geworden bin ich dann beim grossen Versandhandel A_A_Z_N und dem chinesischen Versandriesen "w_ _h". Nach mehreren Wochen auf dem Versandweg kamen dann diverse Pakete an. Als Basismaterial absolut gut zu gebrauchen, mussten aber alle Pflanzen eine farbliche Behandlung (mit mindestens drei Schritten) über sich ergehen lassen. Hier leistete eine gute Airbrush-Anlage beste Dienste. So behandelt, kommen sowohl Palmen, Bambus und niedriege Pflanzen und Büsche recht überzeugend rüber.

Materialverbrauch

Bislang wurden beim Bau der Anlage verbraucht:

-> 19,5 Meter Schienenprofil
-> ca. 1300 Schienennägel
-> 17 m Kiefernholzprofil für Schwellen
-> 1,5 Platten Styrodur (4 cm dick)
-> ca. 1,1 kg Granitschotter

Im Oktober 2020 ist die Anlage bis auf gaaanz kleine Datails fertig. Gut verstaut wartet sie auf eine Ausstellung oder ein "Spielwochenende" ;)